Generics and biosimilars

Was ist ein Generikum?

Im Arzneimittelgesetz ist festgelegt, was ein Generikum ist:

  • §1 (19) "Generikum" ist ein Arzneimittel, das den gleichen Wirkstoff in der gleichen Menge enthalten muss und außerdem die gleiche Darreichungsform (z.B. Tabletten, Saft, Zäpfchen) aufweisen muss, wie das schon zugelassene Arzneimittel aus das es sich bezieht (Referenzarzneimittel, siehe unten). Außerdem muss es die so genannte Bioäquivalenz (das bedeutet die Austauschbarkeit zweier wirkstoffgleicher Arzneimittel) mit dem Referenzarzneimittel durch geeignete Studien nachweisen.
  • §1 (20) "Referenzarzneimittel„ (der Originator) ist eine in Österreich oder in einer anderen Vertragspartei des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassene Arzneispezialität.

Wann und wie wird ein Generikum zugelassen?

Auch das ist im Arzneimittelgesetz genau geregelt. Diese so genannte „Bezugnehmende Zulassung“ legt fest, was die pharmazeutischen Unternehmen nachweisen müssen:

  • § 10 Bezugnehmende Zulassung: Der Antragssteller muss nachweisen können, dass es sich bei dem Arzneimittel um ein Generikum eines Referenzarzneimittels handelt: 
  • Dies ist mittels einer Bioäquivalenzstudie zu beweisen und normalerweise darf das Generikum erst nach Ablauf von zehn Jahren nach Erstzulassung des Referenzarzneimittels in der EU in den Handel gebracht werden.

Was ist eine Bioäquivalenzstudie?

Dies ist in einer Leitlinie der europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMEA) festgelegt: eine Bioäquivalenzstudie ist eine Studie die vergleicht, ob im Blut der Testpersonen vom Generikum (Testprodukt) genau die gleiche Menge an Wirkstoff in der gleichen Zeit und Höhe vorliegt wie vom Referenzprodukt (Originator). 

 

Diese Studie ist eine klinische Prüfung im Sinne des Arzneimittelgesetzes. Als Grundannahme dabei gilt: Im Wesentlichen gleichartige Blutspiegelverläufe des Wirkstoffes und dadurch Konzentrationen am Wirkort gewährleisten einen im Wesentlichen gleichen Effekt von Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments. Die Ergebnisse dieser Studie müssen innerhalb bestimmter Grenzwerte liegen. Diese Grenzwerte sind in der gesamten EU akzeptiert und in einer Leitlinie der EMEA festgelegt.

Wo sind Unterschiede zwischen Orginalpräparat und Generikum möglich?

  • Bei den Hilfsstoffen, wenn sie keinen Einfluss auf die Wirkung des Arzneimittels haben.
  • Der Herstellungsprozess darf unterschiedlich sein
    Es ist erlaubt, dass z.B. das Generikum eine Tablette ist und der Originator eine Kapsel.
  • Aber, bei jedem Generikum muss genauso wie beim Originator die komplette Dokumentation zur pharmazeutischen Qualität vorgelegt werden. In dieser Hinsicht  bestehen keine Unterschiede zwischen Originator und Generikum.

 

Ein Generikum erhält die Zulassung nur,

  • wenn die Ergebnisse der Bioäquivalenzstudie innerhalb der vorgegebenen Grenzen liegen,
  • wenn das Sicherheits-Profil des Generikums dem des Referenzproduktes entspricht,
  • wenn bewiesen ist, dass die verwendeten Hilfsstoffe und der Herstellungsprozess keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit des Generikums im Körper haben,
  • wenn die international festgelegten Qualitäts-Standards für die Durchführung einer Bioäquivalenzstudie erfüllt sind,
  • wenn alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten sind (Ablauf Patentschutz, Fach– und Gebrauchsinformation, Beschriftung der Packung......).

 

Erst wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, kommt ein Generikum auf den Markt und daher besteht weder für verschreibende Ärzte noch für die Patienten ein Grund zur Beunruhigung, was die Zulassung von Generika betrifft.

Was sind Biosimilars?

Je nach Herstellungsart unterscheidet man drei Typen von Arzneimitteln:

 

  1. Chemisch-synthetische Arzneimittel, die über eine chemische Synthese hergestellt werden. 
  2. Pflanzliche Arzneimittel, die als Wirkstoff ausschließlich einen oder mehrere pflanzliche Stoffe enthalten.
  3. Biologische Arzneimittel, die entweder aus biologischen Materialien (z.B. aus Blut) über einen Herstellungsprozess isoliert, oder schon über einen biotechnologischen Prozess gewonnen (Zellen werden dazu angeregt eine bestimmte Substanz zu produzieren) werden.

 

Beispiele für biologische Arzneimittel

Während die Struktur von chemisch-synthetischen Arzneimitteln in einer chemischen Formel klar beschrieben werden kann, sind Biologika viel komplexer. Beispiele für biologische Arzneimittel sind Insulin, Impfstoffe, Antikörper oder auch Wachstumshormone. Zur Charakterisierung dieser Substanzen benötigt man stets mehrere Analysenmethoden, die jeweils verschiedene Aspekte abdecken wie z.B. Struktur, Polarität oder Bindungsintensität.

 

Originator - Generikum - Biosimilar

Wird ein Arzneimittel mit einer neuen Substanz zugelassen, so spricht man von einem „Originator“. Wird auf Basis der Vergleichbarkeit mit dem Originator ein Nachahmerprodukt zugelassen, so wird es bei chemisch synthetischen Substanzen „Generikum“ und bei biologischen Arzneimitteln „Biosimilar“ (Arzneimittel, das im Wesentlichen einem bereits zugelassenen Arzneimittel gleicht) genannt.

 

Unterschied zu chemisch-synthetischen Arzneimitteln

Der Unterschied ist, dass die beiden chemisch-synthetischen Substanzen die gleiche chemische Formel aufweisen, die beiden biologischen Wirkstoffen aber nicht ident, sondern ähnlich („similar“) sind. Hier entsteht oft das Missverständnis, dass Biosimilars nicht so gut wirken, oder weniger sicher sind, als die Originalprodukte. Das ist u.a. deshalb ein Missverständnis, weil eine Zulassung für Biosimilars nur dann ausgesprochen wird, wenn in Bezug auf Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit kein wesentlicher Unterschied zum Originator besteht. So muss bei einem Biosimilar nicht nur die Herstellung in gleichem Ausmaß wie bei dem Originator gezeigt werden, sondern zusätzlich sind Daten des direkten Vergleichs zwischen Originator und Biosimilar zu liefern. Aufgrund des geringfügigen Unterschiedes ist mit Hilfe von Tests und Studien zu belegen, dass sie keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit bewirken.

 

Erst wenn belegt wurde, dass sich der Biosimilar nicht in wesentlichen Aspekten vom Originator unterscheidet, kann auf bereits vorliegende Studien und Daten sowie gewonnene Erfahrung zurückgegriffen werden und die mit dem Originator durchgeführten Studien müssen nicht gänzlich wiederholt werden.

 

Dementsprechend ist für jedes Biosimilar auch ein maßgeschneidertes Programm von Laboruntersuchungen und klinischen Studien vorzulegen, um durch ausreichende Ähnlichkeit zu zeigen, dass das Biosimilarprodukt die gleiche Wirksamkeit und Sicherheit wie das Originatorprodukt hat.

Created: 22.03.2009 | Page last modified: 15.09.2015

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