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Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen AGES PharmMed

Sicherheitsinformationen Details

Tamiflu (Oseltamivir)

Erstellt am: 20.01.2012

Tamiflu (Oseltamivir) ist seit 2002 EU-weit zur Behandlung und Prävention von Grippe (Influenza) zugelassen. Der Humanarzneimittelausschuss (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) hat die Ergebnisse einer jüngst publizierten Studie in seiner letzten Sitzung (16.01. bis 19.01.2012) diskutiert und kam zu dem Schluss, dass das Nutzen-Risiko-Profil des Präparates weiterhin als positiv zu beurteilen ist.

 

Diese Cochrane-Studie bewertet die Wirksamkeit von Neuraminidase-Inhibitoren (inkl. Oseltamivir/Tamiflu) neu. Die Autoren stützen sich dabei auf unveröffentlichtes Datenmaterial und weltweite Berichte von Regulatoren. Demnach verkürze Tamiflu bei Patienten mit grippeähnlichen Symptomen zwar die Dauer der Symptome um rund 21 Stunden, jedoch belegen die Zahlen nicht die tatsächliche Minderung von Komplikationen, wie Hospitalisierung. Die gültige Fachinformation des Präparates führt diese Angaben bereits.

 

Die Autoren der Studie bekräftigen jedoch, dass bisher nur eingeschränktes Datenvolumen zu Tamiflu veröffentlicht wurde. Eine Inkonsistenz zwischen veröffentlichten und unveröffentlichten Studiendaten sei laut Autoren dennoch zu vermuten; auch müsse festgehalten werden, dass Bias einige Nebenwirkungen von Tamiflu (Diarrhoea etc.) verdeckt haben. Diarrhoea wird in der gültigen Fachinformation von Tamiflu bereits als Nebenwirkung geführt. Darüber hinaus belegten Studienergebnisse von Patienten, die mit Tamiflu behandelt wurden, ein höheres Risiko von Fieber und Atemwegsbeschwerden (hauptsächlich Bronchitis) als bei solchen, die Placebo-Präparate erhielten.

 

Situation in Österreich

In Österreich sind folgende Oseltamivir-hältige Arzneispezialitäten verfügbar:

  • Tamiflu 12mg/ml Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
  • Tamiflu 30 mg Hartkapseln
  • Tamiflu 45 mg Hartkapseln
  • Tamiflu 75 mg Hartkapseln


In Österreich sind seit Beginn der Meldungen 2004 elf Meldungen in Zusammenhang mit unerwünschten Wirkungen von Tamiflu bekannt. Die letzte Fallmeldung ging 2009 ein. Alle dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen gemeldeten Fälle sind als nicht-schwerwiegend  einzustufen.

 

Rückfragen fachlich
Institut Pharmakovigilanz
Dr. Bettina Schade
E-Mail: pharm-vigilanzagesat
   
Rückfragen (Medien)
Kommunikationsmanagement
E-Mail: pr_pharmmedagesat

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