Kaliumjodid-Tabletten
Hintergrund zu Kaliumjodid-Tabletten bei radioaktiver Belastung
Kaliumjodid-Tabletten bieten nach einem AKW-Unfall durch zeitgerechte Einnahme einen Schutz vor Einlagerung von radioaktivem Jod in die Schilddrüse und können so vor Schilddrüsenkrebs schützen. In Österreich wurden alle Chargen, die unter kontrollierten Bedingungen gelagert werden (Bundesheer, Apotheken, Großhandel…), vom OMCL Ende 2009 überprüft. Die diesjährigen Qualitätsanalysen wurden im Jänner 2011 abgeschlossen. Die Qualität aller unter kontrollierten Bedingungen gelagerten verfügbaren Chargen hat ausnahmslos entsprochen.
Wirkung von Kaliumjodid-Arzneimitteln
In Österreich sind seit 1996 Kaliumjodid "Lannacher" 65 mg- Tabletten (Kaliumjodid G.L. 65 mg Tabletten, neuer Name seit 28.01.2010) für die Versorgung der Zielgruppen zugelassen. Das Arzneimittel wird bei Unfällen in kerntechnischen Anlagen, insbesondere in Kernkraftwerken bzw. nach einer Freisetzung von radioaktivem Jod eingenommen. Radioaktives Jod kann durch die Nahrung aufgenommen oder eingeatmet werden. Es hat die gleichen chemischen und biologischen Eigenschaften wie das in der Nahrung vorkommende natürliche Jod und wird deshalb wie normales, nicht radioaktives Jod in der Schilddrüse gespeichert.
Kaliumjodidtabletten sollen nur auf ausdrückliche Anordnung der Gesundheitsbehörden eingenommen werden. Derzeit ist eine Einnahme nicht angezeigt. Eine Einnahme ohne Gefahr einer Strahlenbelastung ist sinnlos und eventuell sogar schädlich!
Einnahmeschema
| Bevölkerungs-/Altersgruppe | Dosierung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Schwangere und Stillende | 2 Tabletten | entspr. 100mg Jodid |
| Babys unter einem Monat | 1/4 Tablette | entspr. 12,5mg Jodid |
| Babys mit einem bis unter 36 Monaten | 1/2 Tablette | entspr. 25mg Jodid |
| Kinder von drei bis unter 13 Jahren | 1 Tablette | entspr. 50mg Jodid |
| Personen von 13 bis unter 40 Jahren | 2 Tabletten | entspr. 100mg Jodid |
| Personen ab 40 Jahren | keine Tabletteneinnahme |
Eine einmalige Einnahme ist in der Regel ausreichend.
Kaliumjodid G.L. 65 mg-Tabletten verhindern in der angegebenen Dosierung die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse (so genannte Jodblockade) und vermindern so das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.
Weitere Informationen zur Verteilung im Ernstfall bietet die Website des Bundesministeriums für Gesundheit.
Informationen zum Strahlenschutz in Österreich finden Sie auf der Website der AGES.
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Erstellt am: 12.03.2011