Beispiele
Gefälschte Blutprodukte in Südamerika
Bei der ersten vom OMCL untersuchten Fälschung handelte es sich um ein Humanalbumin aus Venezuela, bei dem die Endbehälter, die das Produkt eines lokalen Herstellers enthielten, mit gefälschten Etiketten beklebt worden waren. Diese Etiketten enthielten den Aufdruck „Human Albumin 20% Immuno“ und die Nummer einer Produktionscharge dieses Produkts, die vom österreichischen OMCL für den europäischen Markt freigegeben worden war. Proben dieser Charge wurden gemeinsam mit dem Hersteller Baxter und dem Institut für klinische Chemie der veterinärmedizinischen Universität Wien proteinchemisch untersucht. Die Charge konnte eindeutig als Fälschung erkannt werden, die Fälscher sind bislang unbekannt.
Eine weitere Fälschung eines in Österreich freigegebenen Blutproduktes wurde in Argentinien gefunden (Immunate von Baxter). Der Fall wird von den argentinischen Behörden untersucht. Trotz intensiver Bemühungen des Herstellers und der Behörden in Österreich war es bis jetzt leider nicht möglich, Proben zur Analyse am österreichischen OMCL zu erhalten.
Ein gefälschtes Blutprodukt in Europa
- Tetagam P, Ampullen der Fälschung (rechts) und des Originals (links)
Der erste bekannt gewordene Fall eines gefälschten Blutprodukts in Europa (Tetagam P) wurde den deutschen Behörden kürzlich bekannt. Es handelt sich um die Fälschung eines Immunglobulins, die im Kosovo gefunden wurde (Abb.).
Das Produkt enthält keinen Wirkstoff und ist möglicherweise unsteril. Die Fälschung ist leicht durch die Färbung der Lösung und die fehlende Schaumbildung beim Schütteln zu erkennen.
Erstellt am: 05.06.2009