PDE_5_Hemmer
PDE-5-Hemmer, Illegale Erektionshilfen
Datum der Warnung, Nachweis in Österreich
Datum der Warnung: 04.02.2011 - In Österreich nachgewiesen: JA
Produktgruppe: PDE-5-Hemmer
Am illegalen Arzneimittelmarkt werden laufend Produkte gefunden, die als neue, natürliche oder rein pflanzliche Potenzmittel angepriesen werden. Analysen des staatlichen Arzneimittelkontrolllabors (Official Medicines Control Laboratory, OMCL) ergaben, dass diese Produkte in vielen Fällen einen oder mehrere Arzneimittelwirkstoffe erhalten, die nicht auf der Verpackung angegeben sind.
PDE-5 Hemmer sind Arzneimittelwirkstoffe, die der Zulassungs- und Rezeptpflicht unterliegen und in den bekannten Arzneispezialitäten Viagra®, Cialis®, Levitra® und Vivanza® enthalten sind.
Die Anwendung dieser Wirkstoffe ohne ärztliche Untersuchung können das Leben und die Gesundheit gefährden und insbesondere zu schweren Herz-Kreislauf-Zwischenfällen führen.
In vielen dieser illegalen Erektionsförderer werden neuartige synthetische Wirkstoffe vom Typ der PDE-5-Hemmer festgestellt, mit denen vor dem ersten illegalen Verkauf niemals Anwendungsversuche an einer begrenzten und überwachten Menschengruppe durchgeführt wurden. Fälle, in denen diese synthetischen Wirkstoffe zumindest im Tierversuch oder im Reagenzglas auf ihre Wirkung getestet wurden, zeigen deutlich schlechtere Ergebnisse in Bezug auf ihre Wirksamkeit bei einem gleichzeitig deutlich erhöhten Risiko unerwünschte Nebenwirkungen zu erleiden.
Immer wieder werden in derartigen illegalen Arzneimitteln Mischungen aus mehreren Wirkstoffen festgestellt. Wobei mangels chemischer Analysen und klinischer Erprobung nicht gesichert ist, dass sich die einzelnen Wirkstoffe weder chemisch beeinflussen noch in ihrer Wirkung aufschaukeln oder gemeinsam verabreicht hochgradig krankmachend wirken.
Durch die Anwendung von Arzneimitteln dieser Wirkstoffgruppe ist eine Gesundheits- bzw. Lebensgefährdung gegeben, da
- es nicht als gesichert erscheint, dass bei bestimmungsmäßigem Gebrauch keine schädlichen Wirkungen auftreten.
- die Anwendung ohne ärztliche Überwachung (einschließlich vorhergehende ärztliche Untersuchung) erfolgt.
- diesen keine adäquate oder gar irreführende Gebrauchsinformationen beiliegen.
- der begründete Verdacht besteht, dass die Arzneimittel in ihrer Qualität dem jeweiligen Stand der Wissenschaft nicht entsprechen; hochgradige Über- und Unterdosierungen wurden bereits festgestellt.
- diese Produkte vielfach einen ungeprüften Arzneimittelwirkstoff enthalten.
enthaltene Wirkstoffkombinationen vielfach nicht getestet sind.
Die Anwendung von Arzneimitteln dieser Wirkstoffgruppe stellt ein hohes gesundheitliches Risiko für Patienten dar. Auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch kann dieses Produkt die Gesundheit gefährden, deshalb soll die Anwendung ausschließlich unter ärztlicher Überwachung bzw. Verschreibung erfolgen.
Produktnamen
- DESIRE
- Libimax Minotaurus (600 Prozent Wirkstoffgehalt im Vergleich zu zugelassenen Arzneimitteln)
- Man Power (Wirkstoffderivat - potentiell krebserregend!)
- Power Tabs
- STAMINEX
- START UP for Him
- Super P-Force (ungeprüfte nicht zugelassene Wirkstoffkombination)
- VIRILEX Man
- AH-Free / Reflexit / Reflex-it (Produkt ist unter drei verschiedenen Namen im Umlauf)
- Neu: Amorex Herbal Coffee (ungeprüftes Wirkstoffderivat)
Hinweise, falls Sie Produkt eingenommen/gekauft haben
Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, insbesondere wenn
- Sie nach Einnahme des Produkts unerwünschte Wirkungen oder Nebenwirkungen feststellen oder
- Sie sich in jeglicher Weise in Ihrer Gesundheit beeinträchtigt fühlen.
Von der Einnahme/Anwendung dieser Produkte wird dringend abgeraten. Wenden Sie sich an Ihre Apotheke, um das Produkt ordnungsgemäß zu entsorgen.
Pharmazeutischer Hintergrund zum illegalen Arzneimittelwirkstoff
Sildenafil, Vardenafil, Tadalafil und ihre Derivate sind Wirkstoffe, die in rezeptpflichtigen Arzneispezialitäten hauptsächlich für die Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen sind. Es handelt sich bei ihnen um so genannte PDE-5-Hemmer. Sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase (PDE) 5, eines von elf aus der PDE-Familie. Diese Hemmung führt letztlich zu einer Gefäßerweiterung und damit zu dem gewünschten pharmakologischen Effekt (Erektion). Die Wirkung bleibt allerdings nicht völlig auf den Schwellkörper des Penis beschränkt, dadurch sind auch unerwünschte Wirkungen möglich (siehe unten).
Der in den Werbematerialien sowie im Internet angeführte Verwendungszweck der PDE-5-hemmenden Derivate, gleicht jenem der erwähnten zugelassenen Arzneispezialitäten, der Behandlung von Erektionsstörungen. Ein anderweitiger nichtmedizinischer Gebrauch der bisher aufgefundenen PDE-5- hemmenden Präparate ist nicht bekannt. Aufgrund der strukturellen Verwandtschaft zu den PDE-5-Hemmern Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil ist bei ihren Derivaten grundsätzlich mit vergleichbaren Wirkungen und Nebenwirkungen zu rechnen. Die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Daten zu den Analoga bestätigen, dass diese Stoffe in vivo ebenfalls als PDE-5-Hemmer wirken. Die Sicherheit und Wirksamkeit der Derivate ist jedoch nicht erforscht.
Nebenwirkungen und unerwünschte Wirkungen
Unerwünschte Wirkungen sind hauptsächlich auf das Herz-Kreislauf-System möglich. So treten z. B. häufig Schwindel und Hautrötung, häufig bis gelegentlich Herzklopfen, gelegentlich Herzrasen, Blutdruckabfall oder –anstieg und Sehstörungen auf. Selten wurde unter anderem über Schlaganfälle, Bewusstseinsverlust, Angina pectoris bzw. Herzinfarkt berichtet.
PDE-5-Hemmer dürfen nicht angewendet werden: bei gleichzeitiger Einnahme von (anderen) blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Herzinfarkt innerhalb von 90 Tagen vor der Anwendung, instabiler Angina pectoris, Herzschwäche, unkontrollierten Herzrhythmusstörungen, zu niedrigem Blutdruck oder nicht ausreichend behandeltem Bluthochdruck, Schlaganfall innerhalb von sechs Monaten vor der Anwendung und einem bestimmten gefäßbedingten Schaden des Sehnerven.
INFOBOX
Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte
enforcementbasg.gvat | +43 (0) 50 555-36405
Erstellt am: 04.02.2011 | Geändert am: 13.04.2012