Zum Inhalt . Zur Navigation . Zur Suche

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen AGES Medizinmarktaufsicht

Datum der Warnung: 27.11.2010 - In Österreich nachgewiesen: JA

Produktnamen: POWER tabs, STAMINEX, VIRILEX Man, DESIRE

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)/AGES PharmMed warnt vor dem Gebrauch folgender, als natürliche, rein pflanzliche Potenzmittel beworbene Nahrungsergänzungsmittel:

 

  • POWER tabs,
  • STAMINEX,
  • VIRILEX Man,
  • DESIRE

 


Analysen des staatlichen Arzneimittelkontrolllabors (Official Medicines Control Laboratory, OMCL) ergaben, dass diese Kapseln die synthetischen Wirkstoffe Sulfoaildenafil, Hydroxyhomosildenafil und Sulfohydroxyhomosildenafil enthalten. Diese Stoffe wurden in einer Menge zwischen 7,09 mg und 91,75 mg/Kapsel beigemischt und sind nicht auf der Verpackung angegeben. 

Abbildungen

Abbildung: PowerTabs Verpackung, © AGES PharmMed
Abbildung: PowerTabs Verpackung
Abbildung: Staminex Verpackung, © AGES PharmMed
Abbildung: Staminex Verpackung
Abbildung: Staminex und PowerTabs, © AGES PharmMed
Abbildung: Staminex und PowerTabs
Abbildung: Virilex, © AGES PharmMed
Abbildung: Virilex

Durch die Anwendung der Produkte ist eine Gesundheits- bzw. Lebensgefährdung gegeben, da

 

  • diese Wirkstoffe nie auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit untersucht wurden,
  • die Anwendung ohne ärztliche Überwachung (einschließlich vorhergehende ärztliche Untersuchung) erfolgt,
  • keine (adäquate) Gebrauchsinformation beiliegt,
  • der begründete Verdacht besteht, dass diese Produkte hinsichtlich ihrer Qualität nicht jener von zugelassenen Arzneimitteln entsprechen.


Die Einnahme von „POWER tabs“, "STAMINEX", "VIRILEX Man" und "DESIRE" birgt ein hohes Gesundheitsrisiko durch eine nicht adäquat abschätzbare Wirkung und unerwünschte Wirkungen, insbesondere für Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen, die auf diese angeblich "natürlichen" Mittel ausweichen. Arzneimittel dieser Wirkstoffgruppe können auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch die Gesundheit gefährden, deshalb soll die Anwendung ausschließlich unter ärztlicher Überwachung bzw. Verschreibung erfolgen.


Vertriebsform


Die Produkte werden im Internet und auch in Erotik-Shops vertrieben. Sie werden dort ohne Zulassung durch das BASG, ohne Gebrauchsinformation und ohne ärztliche Verschreibung in Verkehr gebracht. Das BASG hat rechtliche Maßnahmen gegen den weiteren Vertrieb dieser Produkte eingeleitet.

 

 

Was Sie machen sollten, falls Sie dieses Produkt gekauft oder eingenommen haben 

 

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, insbesondere wenn 

  • Sie nach Einnahme dieser Produkte unerwünschte Wirkungen/Nebenwirkungen feststellen oder
  • sich in jeglicher Weise in Ihrer Gesundheit beeinträchtigt fühlen.
  • Von der Einnahme/Anwendung der Produkte wird dringend abgeraten.
  • Wenden Sie sich an Ihre Apotheke, um die Produkte ordnungsgemäß zu entsorgen.


 Pharmazeutischer Hintergrund zu den Arzneimittelwirkstoffen  "Sulfoaidenafil", "Hydroxyhomosildenafil" und "Sulfohydroxyhomosildenafil" 

 

  • Diese Stoffe sind chemisch ähnlich dem behördlich zugelassenen Arzneimittelwirkstoff "Sildenafil" (so genannte Arznei-Analoga). 
  • Durch die Veränderung am Molekül von bekannten, medizinisch verwendeten Substanzen entstehen neue Stoffe, die im Vergleich zu den Ausgangssubstanzen ähnliche, aber auch unterschiedliche pharmakologische Wirkungen haben können. Daher ist es notwendig, dass Sicherheit und Wirksamkeit jeder neuen Substanz vor der breiten Anwendung am Menschen ausführlich geprüft werden. 
  • Sildenafil ist ein Wirkstoff, der in rezeptpflichtigen Arzneispezialitäten hauptsächlich für die Behandlung von Erektionsstörungen  zugelassen ist. Derzeit sind in der EU drei Wirkstoffe für dieses Anwendungsgebiet behördlich zugelassen: Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil. 
  • Diese Wirkstoffe sind sogenannte PDE-5-Hemmer; sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase (PDE) 5, ein Enzym von elf derzeit bekannten PDE-Familien. Diese Hemmung führt letztlich zu einer Gefäßerweiterung und damit zu einem gewünschten pharmakologischen Effekt (Erektion). Die Wirkung bleibt allerdings nicht völlig auf den Schwellkörper des Penis beschränkt und dadurch sind auch unerwünschte Wirkungen möglich (siehe unten).
  • Der bestimmungsgemäße Gebrauch der Sildenafil-Analoga gleicht jenem der o. a. zugelassenen Arzneispezialitäten, nämlich der Behandlung der Erektionsstörungen. Ein anderweitiger nichtmedizinischer Gebrauch der bisher aufgefundenen Sildenafil-Analoga ist nicht bekannt. Aufgrund der strukturellen Verwandtschaft zu dem PDE-5-Hemmer Sildenafil ist grundsätzlich mit vergleichbaren Wirkungen und Nebenwirkungen zu rechnen. Die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Daten zu Sildenafil-Analoga bestätigen, dass diese Stoffe ebenfalls als PDE-5-Hemmer wirken.
  • Die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Stoffe ist nicht erforscht.

 

 

Nebenwirkungen und unerwünschte Wirkungen

 

  • Unerwünschte Wirkungen sind hauptsächlich auf das Herz-Kreislauf-System möglich. So treten z. B. häufig Schwindel und Hautrötung, häufig bis gelegentlich Herzklopfen, gelegentlich Herzrasen, Blutdruckabfall oder –anstieg und Sehstörungen auf. Selten wurde unter anderem über Schlaganfälle, Bewußtseinsverlust, Angina pectoris bzw. Herzinfarkt berichtet.
  • PDE-5-Hemmer dürfen nicht angewendet werden: bei gleichzeitiger Einnahme von (anderen) blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Herzinfarkt innerhalb von 90 Tagen vor der Anwendung, instabiler Angina pectoris, Herzschwäche, unkontrollierten Herzrhythmusstörungen, zu niedrigem Blutdruck oder nicht ausreichend behandeltem Bluthochdruck, Schlaganfall innerhalb von sechs Monaten vor der Anwendung und einem bestimmten gefäßbedingten Schaden des Sehnerven.

 

 

Zum Seitenanfang springen

INFOBOX

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte

| +43 (0) 50 555-36405

Erstellt am: 27.11.2010

Zum Seitenanfang springen