50 Jahre Plasmapherese in Österreich (09.10.2014)

Datum: 09.10.2014, 13:00 bis 17:30 Uhr

 

50 Jahre Plasmapherese in Österreich

50 Jahre Plasmapherese – Österreich Vorbild für ganz Europa

Vor fast auf den Tag genau 50 Jahren, am 8. Oktober 1964, wurde in Wien die erste Plasmapherese Europas durchgeführt und somit der Grundstein für eine Vorreiterposition Österreichs gelegt. Aus diesem Anlass beging man im Beisein der Bundesministerin für Gesundheit, Sabine Oberhauser, einen Festakt – „50 Jahre Plasmapherese“. Österreich ist mit einer Menge von 65 Liter Blutplasmaspenden pro 1000 Einwohner das Land mit der weltweit zweithöchsten Spenderate hinter den USA. 18 der insgesamt 84 europäischen Plasmaspendezentren sind in Österreich stationiert. Aber nicht nur quantitativ ist man im Segment der Plasmaprodukte ein „Big Player“ – auch die Qualität kann sich sehen lassen, wie die Ministerin in ihrer Eröffnungsrede betonte.

Die für öffentliche Gesundheit zuständige Sektionschefin Pamela Rendi-Wagner unterstrich dies in ihrem Vortrag mit einer klaren Zieldefinition: Oberste Priorität habe die „Gewährleistung der Versorgung der Bevölkerung mit sicheren, wirksamen und qualitativ hochwertigen Plasmaprodukten.“ Und auch die Umsetzung dieses Ziels lässt sich mit Fakten belegen. So hat es seit den 1980er Jahren keinen einzigen Fall einer Infektion im Zusammenhang mit Plasmaprodukten gegeben. Höchste Sicherheit von Plasmaprodukten ist auch eine wesentliche Zuständigkeit der AGES Medizinmarktaufsicht. „Die AGES ist der Erfüllungsgehilfe für die Einhaltung der Gesetze. Sie tut das sehr intensiv und auf einem sehr hohen Niveau. Zudem hat die AGES-Expertise zu vielen gesetzlichen Innovationen geführt“, so Rendi-Wagner.

Die gute Zusammenarbeit aller an der Produktion und Qualitätssicherung von Plasmaprodukten Beteiligten bestätigte auch Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin der AGES Medizinmarktaufsicht. Wirthumer-Hoche betonte die Pionierleistungen in der österreichischen Gesetzgebung. Bereits im Jahr 1975 trat das österreichische Plasmapheresegesetz in Kraft - eine Zeit, in der viele andere europäische Staaten noch kaum Erfahrung mit der Materie aufwiesen. Seit 1999 regelt das Blutsicherheitsgesetz die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Plasma. Die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen wird seitens der AGES Medizinmarktaufsicht penibel überwacht. Christa Wirthumer-Hoche erläuterte: „Bei biologischen Substanzen sind wir besonders genau. Es müssen umfangreiche  Daten abgegeben werden. Adaptionen, wie etwa Änderungen von Chargengrößen, sind in dieser Produktgruppe bereits gravierend – und das mit gutem Grund. Denn ein sicheres aber nicht aktives Produkt nützt dem Konsumenten auch nicht.“

Produktsicherheit und die Gewährleistung der Versorgung für Europa sind auch zwei wesentliche Maximen der IG Plasma, wie deren Sprecher Matthias Gessner nachdrücklich betonte. In diesem Zusammenhang wies er auf die Wichtigkeit einer sorgfältigen Auswahl von Spendern hin und lobte die Spendebereitschaft in Österreich. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 39 Jahren seien es, die einen wesentlichen Beitrag zur Gewinnung therapeutisch wertvoller Gerinnungsfaktoren oder Gammaglobuline leisten.

Einen Überblick über aktuelle und künftige Herausforderungen in der Plasmaproduktion lieferte im Anschluss Nicholas Jacobson, Vertreter der Pharmig in der österreichischen Blutkommission. Er sprach von einer „ausgewogenen Produktion“ als ethischen Imperativ auf Seiten der Industrie, bevor der eigens aus den USA angereiste Jan Bult, Präsident der PPTA (Plasma Protein Therapeutics Association), auf die Wichtigkeit des globalen Wachstums des Plasmapheresesektors hinwies. Nur so könne man bei stetig steigender Nachfrage wirksame Therapieangebote für Erkrankungen, wie etwa Hämophilie, weltweit in Aussicht stellen.

Festveranstaltung: 50 Jahre Plasmapherese in Österreich
Donnerstag, 09. Oktober 2014 13:00 - 17:30 Uhr, Festsaal des Bundesministeriums für Gesundheit
 
Liste der Referenten:
•    Dr.in Sabine Oberhauser – Bundesministerin für Gesundheit
•    Doz. Dr.in Pamela Rendi-Wagner, MSc – Sektionsleiterin Öffentliche Gesundheit, BMG
•    DI Dr. in Christa-Wirthumer-Hoche – Leiterin AGES Medizinmarktaufsicht
•    Dr. Robin Rumler – Präsident Pharmig
•    Dr. Matthias Gessner – Sprecher der IG Plasma
•    Dr. Nicholas Jacobson – Pharmig, österreichische Blutkommission
•    Dr. Jan M. Bult – Präsident Plasma Protein Therapeutics Association

 

Created: 12.11.2014

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