Illegalitäten und COVID-19 Neu

COVID-19-Impfstoffe

Aktuell gibt es Verdachtsmomente, dass die außerordentliche Nachfrage nach bereits zugelassenen COVID-19-Impfstoffen ausgenutzt wird, um mit unlauteren Mitteln Profite zu erzielen. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) steht diesbezüglich im kontinuierlichen Informationsaustausch mit dem europäischen und internationalen Behördennetzwerk und warnt vor derartigen Betrugsversuchen.

Sowohl illegal hergestellte als auch illegal in Verkehr gebrachte COVID-19-Impfstoffe bergen ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Sind diese wirkungslos, wähnen sich Geimpfte fälschlicherweise in Sicherheit und setzen sich möglicherweise Situationen mit erhöhter Infektionsgefahr aus. Daraus können viele weitere Ansteckungen mit COVID-19 resultieren.

Unter anderem ist die Einhaltung der Kühlkette bei vielen Impfstoffen ein wesentlicher Faktor in Bezug auf deren Wirksamkeit. Nur innerhalb legaler Vertriebswege ist garantiert, dass die Kühlkette überprüft wird und nachvollziehbar ist.

Weiters besteht auch die Gefahr, dass gefälschte Arzneimittel verunreinigt sind, da etwa hygienische Standards bei der Herstellung nicht eingehalten oder ungeeignete Substanzen verwendet werden. Generell geht von Produkten unbekannter Herkunft und mit unbekannten Inhaltsstoffen unbekannter Konzentration hohes Gefahrenpotenzial für die Gesundheit aus. Gegebenenfalls auftretende Nebenwirkungen werden unter Umständen nicht oder zu spät erkannt bzw. können daher nicht adäquat behandelt werden. Dieses Risiko ist bei Produkten, die zur Injektion vorgesehen sind, zusätzlich erhöht, da sich schädliche Substanzen oder Krankheitserreger auf diesem Wege schneller im Körper verteilen können.

Die bisher in Österreich zugelassenen COVID-19-Impfstoffe können derzeit (Stand 20.04.2021) nur über staatliche Strukturen bezogen werden und sind nicht am freien Markt erhältlich. Generell ist der Verkauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen im Fernabsatz (d.h. Bestellung im Internet und Versand) in Österreich verboten. Bei Internet-basierten Angeboten ist anzunehmen, dass die angebotenen Impfstoffe entweder gefälscht sind, illegal verkauft werden oder eine Betrugsabsicht vorliegt (möglicherweise keine Lieferung nach Bestellung und Bezahlung).

In einem gemeinsamen Informationsschreiben zur Verfügbarkeit von Impfstoff gegen COVID-19 weisen auch heimische Branchenverbände (ÖVIH, PHARMIG, FCIO, FOPI) auf diese Risiken hin.

Illegale Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19

Durch die COVID-19-Pandemie ist der Bedarf nach therapierelevanten Arzneimitteln hoch. Es gibt Verdachtsmomente, dass die hohe Nachfrage ausgenutzt wird, um unrechtmäßig Profite zu erzielen.

Unter anderem werden Chlordioxidlösungen (MMS, CDL/CDS) als „Heilmittel“ für diverse Erkrankungen, wie auch COVID-19, angeboten. Für die behaupteten positiven Effekte von Chlordioxid gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege, vielmehr handelt es sich um ein Gas, welches Verätzungen und Vergiftungssymptome hervorrufen kann.

Der Bedarf an Arzneimitteln, die die Vermehrung von Viren hemmen (Virostatika), ist durch die Pandemie gestiegen. Auch in diesem Bereich gibt es Verdachtsmomente, dass die hohe Nachfrage, die vorübergehend durch den legalen Markt nicht vollständig abgedeckt werden kann, durch gefälschte Produkte bedient wird.

Zugelassene Produkte zur Behandlung von COVID-19

Eine Fälschung liegt nicht nur vor, wenn die Identität, die Inhaltsstoffe oder die Verpackung eines Arzneimittels gefälscht sind, sondern auch, wenn zugelassene Arzneimittel in illegale Vertriebsketten eingeschleust oder Nachweis- bzw. Transportdokumente verfälscht wurden. Illegale Vertriebswege werden behördlich nicht überwacht, wodurch ordnungsgemäße Lagerung und ordnungsgemäßer Transport der Arzneimittel nicht gewährleistet sind. So kann es etwa durch Unterbrechungen in der Kühlkette zu Einbußen der Wirksamkeit von Arzneimitteln kommen, es können sich Abbauprodukte bilden oder die Sterilität kann beeinträchtigt sein. Durch derartige Abweichungen von den regulären Vertriebs- und Transportwegen können negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Patientinnen und Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Empfehlungen für Patientinnen und Patienten

Bei Hinweisen zu möglichen illegalen Produkten zur Behandlung von COVID-19, melden Sie dies bitte direkt an das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) unter enforcementbasg.gvat.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die folgenden Informationen des BASG bezüglich Arzneimittelkäufen im Internet und Medikamentenkauf auf illegalen Webseiten.