Arzneimittelqualität

Probenahme Referenzsubstanzen

Beiblatt zur Substanzlieferung im Rahmen von Arzneimittelqualitätskontrollen gemäß §76 AMG.

Formular: Formblatt Probenahme Referenzsubstanzen (F_L677)

Bewertung von Certificates of Suitability (CEP)

Das BASG ist als aktivste Europäische Behörde bei der Bewertung von CEPs eingebunden. Um zu verhindern, dass bei im Europäischen Arzneibuch monographierten Wirkstoffen idente Wirkstoffunterlagen mehrfach von unterschiedlichen Behörden im Rahmen unterschiedlicher Verfahren bewertet werden, besteht die Möglichkeit, die Wirkstoffdokumentation beim Europäischen Direktorat für Arzneimittelqualität (EDQM – European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare, Stelle des Europarates mit Sitz in Straßburg) einzureichen. Nach positiver zentraler Bewertung durch zwei GutachterInnen verschiedener nationaler Behörden und einem/r EDQM-GutachterIn wird ein Zertifikat (CEP = Certificate of Suitability of the European Pharmacopoeia) ausgestellt, das die ausreichende Dokumentation der Wirkstoffqualität belegt. In Zulassungsdossiers muss in weiterer Folge lediglich eine Kopie des CEPs an Stelle der umfangreichen Wirkstoffdokumentation vorgelegt werden, eine neuerliche Bewertung dergleichen entfällt.

Weiters wird dieses Verfahren auch dazu herangezogen, die Unbedenklichkeit von Wirk- und Hilfsstoffen hinsichtlich TSE (Transmissible Spongiforme Enzephalopathie) zentral zu beurteilen und zu garantieren.

In die CEP-Arbeitsgruppe der EDQM entsendet das BASG mittlerweile 13 erfahrene GutachterInnen (elf für die chemische Bewertung und zwei für die TSE-Bewertung). Österreich war hier – gemessen an Gutachterleistung – bereits seit Jahren unter den aktivsten drei Europäischen Behörden. 2013 konnte erstmal die Spitzenposition erarbeitet werden, Österreich entsandte europaweit die meisten GutachterInnen nach Straßburg. Die EDQM übernimmt hier nicht nur die Reise- und Aufenthaltskosten, sondern ersetzt zudem den nationalen Behörden auch die entfallene GutachterInnenleistung.

Zusätzlich ist Österreich (gemeinsam mit acht anderen Ländern) im Technical Advisory Board vertreten und damit in der Lage, fachliche und strategische Entscheidungen aktiv mitzugestalten. Auch im „Ad Hoc Committee“ ist Österreich (als eines von wenigen Ländern) vertreten und so in den Entscheidungsprozess betreffend CEP-Zurückziehungen und Suspendierungen eingebunden.

Weiterführende Informationen

Informationen zu suspendierten oder zurückgezogenen CEPs finden Sie auf der Website des EDQM.

Database for information on CEPs granted by the EDQM: Search Certification Database.

Validität der Wirkstoff- und Fertigprodukthersteller

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) weist darauf hin, dass Zulassungsinhaber die gemäß § 4 Arzneimittelgesetz erforderliche Qualität ihrer Arzneimittel sicherzustellen haben.

Wirkstoff

Sollte die Wirkstoffdokumentation durch ein Zertifikat der EDQM (CEP, COS) abgedeckt sein, ist die kontinuierliche Gültigkeit dieses Dokuments zu gewährleisten. Werden Zertifikate als Ergebnis von GMP-Inspektionen vorübergehend ungültig gesetzt bzw. zurückgezogen ("suspended" oder "invalid"), so kann dies auf der EDQM-Website bzw. aus der Datenbank "Certification" abgefragt werden.

Sinngemäß ist die Wirkstoffqualität auch im Falle der Verwendung von Active Substance Master Files (ASMFs) nach GMP-Inspektionen mit negativem Ausgang nicht mehr gewährleistet. Entsprechende Non-Compliance Reports (NCRs) werden in der Eudra GMP Datenbank publiziert.

In diesen Fällen ist aus Sicht des BASG die Qualität der betroffenen Wirkstoffe nicht mehr sichergestellt und demzufolge wird den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes nicht mehr Rechnung getragen.

Erforderlichenfalls ist ein anderer/neuer Wirkstoffhersteller inklusive entsprechender Dokumentation mittels Änderungsantrag einzureichen und durch das BASG zu genehmigen.

Fertigarzneimittel

Betrifft eine GMP-Inspektion mit negativem Ausgang einen Fertigprodukthersteller, wird als Folge ein Non-Compliance Report (NCR) in der Eudra GMP Datenbank publiziert. Auch hier wird den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes nicht mehr Rechnung getragen.

Erforderlichenfalls ist ein anderer/neuer Hersteller inklusive entsprechender Dokumentation mittels Änderungsantrag einzureichen und durch das BASG zu genehmigen.

Im Falle von Rückfragen zu NCRs wenden Sie sich bitte an am-qualitaetsmangelbasg.gvat, im Falle von Rückfragen zu betroffenen Produkten wenden sie sich bitte an lcmbasg.gvat.

Risikobewertung Nitrosamine in Arzneimitteln

Informationen für Zulassungsinhaber: Bewertung des Risikos möglicher Nitrosaminverunreinigungen in Humanarzneimitteln mit chemisch synthetisierten Wirkstoffen

Nachdem 2018 Verunreinigungen von Sartanen mit Nitrosaminen festgestellt wurden, wurde im Rahmen eines EU-weiten Risikobewertungsverfahren nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG festgelegt, dass die Hersteller ihre Herstellungsverfahren überprüfen und notwendige Änderungen vornehmen müssen, um das Risiko von Nitrosaminverunreinigungen so weit wie möglich zu minimieren. Zudem wurden strenge Grenzwerte für Nitrosamine in diesen Arzneimitteln festgelegt.

Die Ergebnisse des Risikobewertungsverfahrens deuten darauf hin, dass möglicherweise auch andere Wirkstoffe je nach Art des Wirkstoffs und des Herstellungsverfahrens des Fertigproduktes von einer möglichen Nitrosaminverunreinigung betroffen sein könnten.

Trotz des geringen Risikos, dass Nitrosamine vorhanden sind, wurde im September 2019 eine wissenschaftliche Bewertung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) gemäß Artikel 5 (3) der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 gestartet.

Als vorsorgliche Maßnahme sollen alle Zulassungsinhaber ihre Herstellungsverfahren überprüfen, um das Risiko einer möglichen Nitrosaminverunreinigung zu erkennen und falls notwendig zu verringern.

Weitere Informationen finden Sie

Praktische Vorgehensweise Österreichs hinsichtlich des Artikel 5(3) Referrals zu Nitrosaminen

Die Risikobewertung erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Stufen

  • Stufe 1 - Risikoevaluierung
  • Stufe 2 - ggf. Testung
  • Stufe 3 - ggf. Änderung der Zulassung

Stufe 1 – Risikoevaluierung

Das Ergebnis der Risikoevaluierung betreffend möglicher Nitrosaminverunreinigungen in zugelassenen humanen Arzneispezialitäten mit chemisch synthetisierten Wirkstoffen ist dem BASG bis spätestens 26.3.2020 zu übermitteln.

Im eService wird bis zum 8.11.2019 ein entsprechendes Verfahren für jedes betroffene Produkt angelegt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann es vorkommen, dass Sie bei Ihrem Produkt noch kein entsprechendes Verfahren sehen. Sie finden dieses Verfahren unter „Name des Betrachtungsobjektes“ Risikoevaluierung. Die Bezeichnung der Arzneispezialität finden Sie im Betreff jedes betroffenen Produktes (siehe Abbildung 1).

Es werden Ihnen hier 2 Dokumente mit den jeweiligen Dokumentbezeichnungen step 1 - kein Risiko identifiziert, step 1 - Risiko identifiziert zur Verfügung gestellt.

Wählen Sie bitte das für Ihr Produkt passende Dokument aus, befüllen Sie dieses vollständig und laden Sie es dann zu dem im eService bereit gestellten Verfahren mit Angabe des korrekten Dokumenttyps (step 1-kein Risiko identifiziert, step 1-Risiko identifiziert) hoch (siehe Abbildung 2 und 3).

Um die Dokumente hochzuladen, öffnen Sie das Verfahren über die jeweilige Verfahrensnummer und wählen freiwillige Nachreichung.

Die in der entsprechenden practical guidance (siehe CMDh website) angeführte Excel-Tabelle wird - wie auch dort angegeben - zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Österreich nicht zwingend benötigt und ist daher nicht unbedingt hochzuladen.

Bitte verwenden Sie für Ihre Meldungen in Österreich ausschließlich den oben beschriebenen Ablauf.

Sollten Sie über keinen Portalzugang verfügen bzw. im Fall von Fragen, kontaktieren Sie bitte natbasg.gvat.

Hinsichtlich der erforderlichen Vorgehensweise in Stufe 2 und 3 werden Sie rechtzeitig an dieser Stelle informiert.

Qualitätsmängel

Informationen zur Meldung von Qualitätsmängeln finden Sie unter Meldewesen.

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