FAQ Pharmakovigilanz

1. Periodic Safety Update Reports (PSUR)

Für welche Arzneispezialitäten sind PSURs vorzulegen?

  1. Für alle rein nationalen Zulassungen (auch zugelassene homöopathische Arzneispezialitäten)
  2. Für alle Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen, die laut EURD Liste zur PSUR Vorlage verpflichtet sind. Diese Produkte werden im PSUSA-Verfahren behandelt.

 

Von der Vorlage eines PSURs ausgenommen sind nur Generika, bibliographische („well established use“) Zulassungen sowie Registrierungen als traditionelle pflanzliche Arzneispezialitäten. Jedoch müssen auch für diese Produkte regelmäßige, aktualisierten Unbedenklichkeitsberichte vorgelegt werden, wenn  2. zutrifft oder wenn:

  • eine solche Verpflichtung als Bedingung oder Auflage für die Erteilung der Zulassung bzw. Registrierung vorgeschrieben wurde oder
  • eine Vorlage vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen wegen Bedenken im Zusammenhangmit Pharmakovigilanz-Daten oder wegen Bedenken aufgrund des Fehlens regelmäßiger aktualisierter Berichte über die Unbedenklichkeit von Arzneimitteln für einen Wirkstoff nach Zulassung bzw. Registrierung angeordnet wird.

Sind Ergänzungen in der EURD-Liste möglich?

 

Ja – wenn eine der folgenden Begründungen angegeben werden kann:- im Interesse der öffentlichen Gesundheit- zur Vermeidung von Mehrfachbegutachtungen bei Zulassungen in mehr als einem Land der europäischen Union- zur internationalen Harmonisierung der PSUR-Vorlage

 

Anfragen bezüglich Ergänzungen sind mittels dafür vorgesehenem “Template” (abrufbar auf der EMA-Homepage) an mailto: eurdlistema.europaeu zu senden.

Müssen für Homoöpathika PSURs vorgelegt werden ?

 Für zugelassene homöopathische Arzneispezialitäten, besteht nach wie vor die Verpflichtung zur PSUR-Vorlage (deren österreichische Zulassungsnummer beginnt mit 3-).

 

Von der PSUR-Vorlage entbunden sind lediglich nach AMG §11 registrierte homöopathische Arzneispezialitäten (deren österreichische Registrierungsnummer beginnt mit HOM-).


Was ist bei der Vorlage von PSURs für zugelassene Homöopathika zu beachten (österreichische Zulassungsnummer: 3-XXXX)?


Obwohl auch ein PSUR für ein zugelassenes Homöopathikum auf Basis der Struktur, die im GVP Modul VII vorgegeben ist, bearbeitet werden soll, sind einige Erleichterungen möglich.
Die wichtigsten Abschnitte sind:


Worldwide marketing authorisation status:
Es sollte erwähnt werden, in welchen / in wie vielen Ländern es Zulassungen / Vermarktung gibt.


Actions taken in the reporting interval for safety reasons:
Wichtige Ereignisse, wie Chargen-Rückruf, Aufhebung einer Zulassung aus Sicherheitsgründen etc. sollen hier dargestellt werden.


Changes to reference safety information:
Wenn es in der PSUR-Periode eine safety-relevante Änderung der SmPC gegeben hat, soll dies erwähnt werden. Rein formale Änderungen müssen nicht genannt werden.


Estimated exposure:
Die Angabe der Zahl der verkauften Einheiten ist wichtig, auf eine Umrechnung in patient years oder eine andere Einheit kann verzichtet werden.


Data in summary tabulations:

Angabe, ob es in der PSUR-Periode Nebenwirkungsmeldungen gegeben hat und wenn ja, wird die Auslistung nach SOCs (serious und non-serious, entsprechend Tabelle in GVP Modul VII) erwartet.


Literature:
Falls es für diese Arzneispezialität publizierte Literatur in der PSUR-Periode gegeben hat, sollte diese erwähnt und kommentiert werden, jedoch z.B. nicht für das Einzelmittel, wenn es einen PSUR für ein Komplexmittel betrifft.


Summaries of safety concerns:
Diese sollten vom Zulassungsinhaber anhand der SmPC und anderer bekannter Sicherheitsdaten formuliert werden. Es ist akzeptabel, wenn das nur wenige sind.


Für die folgenden Abschnitte sind für Homöopathika nur sehr selten Daten zu erwarten: Clinical trials, non-interventional studies, non-clinical data, other periodic reports, lack of efficacy in controlled clinical trials, overview of signals.
Daher ist eine kurze Bestätigung, dass es die entsprechenden Daten nicht gibt, ausreichend. Für den Fall, dass Daten existieren, sollen diese selbstverständlich eingetragen werden.
Alle anderen Kapitel sollten erwähnt und risikobasiert befüllt, und wenn es keine Daten gibt, sehr kurz gehalten werden.
Diese Empfehlungen gelten nicht für andere Arzneispezialitäten, für die ein PSUR vorgelegt werden muss.
Detaillierte Infos siehe:

Guideline on good pharmacovigilance practices (GVP)
Module VII - Periodic safety update report (Rev1)

Müssen für pflanzliche Arzneispezialitäten PSURs vorgelegt werden ?

Von der PSUR-Vorlage entbunden sind lediglich nach AMG §12 registrierte traditionell pflanzliche Arzneispezialitäten. 


Ist der pflanzliche Wirkstoff bzw. die Wirkstoffkombination auf der EURD-Liste angeführt, ergibt sich die Verpflichtung zur PSUR-Vorlage entsprechend der darin enthaltenen Angaben. 


Ist der Wirkstoff bzw. die Wirkstoffkombination der pflanzlichen Arzneispezialität nicht auf der EURD-Liste genannt, ist mit Ausnahme der nach AMG §12 registrierte traditionell pflanzliche Arzneispezialitäten die PSUR entsprechend dem Vorlagerhythmus erforderlich.
 

Müssen Generika eventuelle Sicherheitsmaßnahmen (wie z.B. Durchführung von Cumulative Reviews zu bestimmten vermuteten Nebenwirkungen), die Zulassungsinhabern von Originatorpräparaten vorgeschrieben worden sind, ebenfalls durchführen? Sind dem BASG dazu Berichte vorzulegen?

 

Unabhängig von der Art der Zulassung, sind gemäß AMG §75i(1) alle Zulassungsinhaber, verpflichtet, Pharmakovigilanz-Daten zu überwachen, um zu ermitteln, ob es neue Risiken gibt, sich bestehende Risiken verändert haben oder sich das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Arzneispezialitäten geändert hat um erforderlichenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Die Durchführung von Maßnahmen wie „Close Monitoring“, oder Auswertungen wie „Cumulative Reviews“,  sind Teil dieser Verpflichtung.
Obwohl die Inhaber generischer Zulassungen oder Inhaber einer Zulassung nach §10a nicht verpflichtet sind,  routinemäßig dazu einen aktualisierter Bericht vorzulegen, kann eine PSUR Vorlage aufgrund von Bedenken im Zusammenhang mit Pharmakovigilanz-Daten  erforderlich werden, insbesondere dann wenn sich aufgrund dieser Bedenken eine Änderung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses ergeben  könnte (vgl. AMG §75m).

Wie ist der Vorlagerhythmus von PSURs?

 

Das BASG hat im Zulassungsbescheid vorzuschreiben, in welchem Rhythmus PSURs vorzulegen sind.  

 

Der Termin der Vorlage berechnet sich entsprechend dem vorgeschriebenen Rhythmus ab Rechtskraft des Zulassungsbescheides.

 

Ist der Vorlagerhythmus für PSURs nicht im Zulassungsbescheid festgelegt worden (zutreffend für Arzneispezialitäten, die vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetztes in der Fassung des BGBl. I Nr.110/2012 zugelassen wurden), sind PSURs nach folgenden Vorgaben vorzulegen:- wenn die Arzneispezialität noch nicht in Verkehr gebracht worden ist: Mindestens alle 6 Monate nach Zulassung- wenn die Arzneispezialität in Verkehr gebracht worden ist: Mindestens alle sechs Monate während der ersten beiden Jahre nach dem ersten Inverkehrbringen, einmal jährlich in den folgenden zwei Jahren und danach im Abstand von drei Jahren- Jederzeit unverzüglich nach Aufforderung durch das BASG.

 

Befindet sich der Wirkstoff auf der EURD Liste, sind die dort definierten Vorgaben für alle Zulassungsinhaber verpflichtend.

 

Die oben genannten Vorgaben gelten solange, bis in einer Änderung der Zulassung ein anderer Rhythmus oder andere Vorlagetermine festgelegt worden sind.

Wie ist die Änderung des PSUR Zyklus zu melden/ beantragen?

 

Für Arzneimittel, deren Wirkstoff/Wirkstoffkombination auf der EURD-Liste angeführt ist,  berechnet sich der Rhythmus und der Termin der Vorlage entsprechend dem in der Liste angeführten Data Lock Point (DLP). Eine Meldung der Anpassung der PSUR-Vorlage an den DLP der EURD-Liste ist nicht erforderlich, außer es gibt eine bestehende Auflage für einen anderen PSUR-Zyklus (z.B. aufgrund des Zulassungsbescheids oder aufgrund eines bestehenden Risk Management Plans, in dem der PSUR-Vorlagerhythmus vorgeschrieben ist).

 

Der Zulassungsinhaber ist verpflichtet die EURD Liste monatlich auf etwaige Änderungen zu überprüfen.
 
Für Wirkstoffe, die sich nicht auf der EURD Liste befinden, kann der Abteilung Pharmakovigilanz ein Antrag auf Änderung mittels Formular F_B23 PSUR Zyklus Änderung nach §24(4) AMG  übermittelt werden.

Was geschieht mit einem Arzneimittel (generische, hybrid, bibliographische Zulassung), das einen Wirkstoff / eine Wirkstoffkombination enthält, der/die nicht auf der EURD Liste angeführt ist?

Ein PSUR zu einem Wirkstoff oder einer Wirkstoffkombination, die sich nicht auf der EURD-Liste befindet, ist prinzipiell auf nationaler Ebene (nicht in einem PSUSA) einzureichen. Sollte sich herausstellen, dass der Wirkstoff / die Wirkstoffkombination in mehr als einem EU-Land zugelassen ist und es sich um eine Vollzulassung / Hybrid-Zulassung handelt, sollte die EMA informiert werden. (eurdlist@ema.europa.eu)
 

Wie soll ich den PSUR einreichen?

Seit 13. Juni 2016 ist die elektronische PSUR Einreichung über das „PSUR Repository“ verpflichtend. Das PSUR Repository stellt eine sichere elektronische Einreichstelle für Zulassungsinhaber dar und dient als Datenbank für PSURs, Gutachten von PSURs, Kommentare und Ergebnisse.
Sowohl PSURs für PSUSA-Verfahren ("EU-single assessment") als auch PSURs für nationale PSUR-Einreichungen (für "non-EU single assessments") sind nur mehr über das PSUR repository einzureichen. CESP-Submissions, CD-ROMs etc. gelten als nicht zugestellt.

 

Für detaillierte Information und Hilfe zur elektronischen Einreichung stehen Ihnen die PSUR Repository website, zahlreiche Webinare und der „MAH user guide“ zur Verfügung: http://esubmission.ema.europa.eu/psur/psur_repository.html 

Welche Anforderungen gibt es zum Inhalt und Format eines PSURs?

 

Die erforderliche Gestaltung des PSURs ist in der Guideline on good pharmacovigilance practices (GVP) Module VII –periodic safety update report beschrieben.

PSUR Einreichung und eCTD

Firmen, die Dokumente bisher noch nicht über eCTD, sondern über NeeS eingereicht haben, sollten vor Einreichung des nächsten PSURs diese folgendermaßen vorbereiten:
•    Anlegen einer „Baseline“ im eCTD mit der Sequenz 0000, die mindestens die Dokumente aus dem Modul 3 enthalten sollte.
•    Danach Einreichung des PSURs über das PSUR repository. Im eCTD wird dann dem PSUR die nächsthöhere Sequenz (in diesem Fall 0001) zugeordnet.
Es ist zu beachten, dass - einmal auf eCTD umgestellt - NeeS nicht mehr verwendet werden kann und dass ab 1.1.2019 NeeS überhaupt nicht mehr zur Verfügung steht!
Die Umstellung sollte bei nächster Gelegenheit gemacht werden, nicht erst zu Jahresende.
Für weitere Informationen siehe BASG Homepage: www.basg.gv.at/eservices/ectdvnees/

PSUR-Vergebührung
Siehe  Gebührenverordnung

1.1. PSUR Repository

Was ist ein PSUR Repository (= online Datenspeicher)?

Das PSUR Repository ist ein gemeinsamer Speicherplatz für alle PSURs, PSUR Assessments Reports (ARs) der zuständigen Aufsichtsbehörden,  für deren Kommentare und Endergebnisse.
Nationale Behörden haben einen sicheren Zugang zu dem Repository. Nähere Informationen zu dem PSUR Repository finden Sie unter folgendem Link: esubmission.ema.europa.eu/psur/psur_repository.html.

Was ändert sich bei der PSUR-Einreichung?

Für alle Zulassungsinhaber innerhalb der EU ist es ab dem 13. Juni 2016 verpflichtend PSURs für humanmedizinische Präparate über das PSUR Repository einzureichen. Es werden alle Firmen aufgefordert dieses Repository zu nutzen und PSURs nicht mehr direkt bei den nationalen Behörden einzureichen.
Dieses Repository ist für zentrale und national zugelassene Arzneimittelspezialitäten verpflichtend, unabhängig davon, ob sie dem EU Single Assessment oder dem nationalen Begutachtungsverfahren folgen. Das PSUR Repository ist ausschließlich für human-Arzneimittel vorgesehen.

Was geschieht, wenn der PSUR nach dem 13. Juni 2016 nicht über das PSUR Repository eingereicht wird?

PSURs, die nicht über das PSUR Repository hochgeladen werden, werden als nicht eingereicht angesehen und werden auch nicht begutachtet. Somit erfüllt der Zulassungsinhaber seine gesetzlichen Verpflichtung PSURs einzureichen nicht.

Wie reicht man einen PSUR ein?

Alle PSURs werden über das PSUR Repository der EMA eingereicht und mittels eSubmission Zugang/ Web Client hochgeladen: esubmission.ema.europa.eu/esubmission.html.
Um mit Hilfe des eSubmission Zugangs/ Web Clients die PSURs einreichen zu können, müssen sich alle Benutzer vorab selbst registrieren. Die PSURs können ausschließlich als electronic Common Technical Documents (eCTDs) oder als non-eCTDs (Nees) eingereicht werden. Alle anderen elektronischen Formate können nicht in das PSUR Repository hochgeladen werden und werden somit abgelehnt.

Informationen zum Repository, Anleitungen zur Registrierung sowie Multimediaanleitungen für Zulassungsinhaber zur korrekten Einreichung der PSURs, sowie Anleitungen zu den konformen elektronischen Formaten der Einreichungsunterlagen können der EMA PSUR Repository Webseite entnommen werden: esubmission.ema.europa.eu/psur/psur_repository.html.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um einen PSUR über das PSUR Repository einzureichen?

Bevor man über das PSUR Repository einreichen kann, muss der Zulassungsinhaber sicherstellen, dass alle Informationen  zu seinen Arzneimitteln korrekt in der Artikel 57 Datenbank eingetragen sind. Dies ist eine gesetzlich bindende Vorgabe der Arzneimittelgesetzgebung der EU.
Das PSUR Repository ist mit der Artikel 57-Datenbank verbunden. Wenn ein Produkt nicht korrekt in dieser Datenbank aufscheint, wird dieses auch nicht im PSUR Repository angezeigt.
Weitere Details zu der Einreichung von Informationen zu Arzneimitteln in der Artikel 57 Datenbank sind unter folgendem Link zu entnehmen:
www.ema.europa.eu/ema/index.jsp

Wen kann man bei Fragen zum PSUR Repository kontaktieren?

Jegliche Fragen und Rückmeldungen bezüglich des PSUR Repository oder zu dem eSumbission Zugang/ Web Client können direkt an die EMA via EMA Service Desk Portal gerichtet werden:
https://servicedesk.ema.europa.eu

 

 

 

Fragen und Antworten aus dem AGES Gespräch vom 30.5.2016

Welcher Cover letter soll für die Einreichung von PSURs im PSUR repository verwendet werden? Was muss beim Cover letter beachtet werden?

Für PSUSA-Verfahren: Es wird derzeit zwar ein Cover letter von der EMA zur Verfügung gestellt, der für PSUSA-Einreichungen verwendet werden kann, aber eine Aktualisierung von Seiten der EMA ist demnächst geplant.
In Punkt 7 sollte PSUR Single Assessment angeklickt werden.

Rein nationale Verfahren (non-EU single assessments): Auch für diese Verfahren sollte der oben genannte Cover letter verwendet werden.
Die zusätzliche Angabe der GZ (Grundzahl) für in Österreich zugelassene Produkte ist erwünscht. Die GZ sollte im Annex I unter „Authorisation Number of product in the member state“ zusätzlich zur Zulassungsnummer vermerkt werden.

Die Angabe, um welches Dokument es sich handelt, soll in Punkt 7 des Cover letters angegeben werden, z.B. PSUR Single Assessment, Worksharing und viele andere sind zur Auswahl möglich.

Für rein nationale Verfahren sollte in Punkt 7 „other“ angegeben werden, bei Punkt 8 sollte dann in dem freien Textfeld die „nationale PSUR-Einreichung“ erwähnt werden.
 
Link zum Cover letter („Formatted table template to be inserted in each procedural submission cover letter“), der in den eigenen Cover Letter eingefügt werden soll. www.ema.europa.eu/ema/index.jsp

Ein einziger Cover letter für alle Länder, in denen das Produkt eine Zulassung hat, ist ausreichend.

Sobald es neue Informationen gibt, werden sie auf dieser Seite veröffentlicht.

Weitere Informationen zum PSUR repository finden Sie unter:
esubmission.ema.europa.eu/psur/psur_repository.html


Bitte beachten Sie hier die neue Anleitung „MAH PSUR repository User Guidance document“.

 

Können Delivery files nochmals verwendet werden?

Das Delivery File beschreibt die Metadaten einer PSUR-Submission (z.B. die betroffenen Produkte).
Da auch die PSUSA-Nummer Inhalt dieser Beschreibung ist und außerdem Formatänderungen des Delivery Files zu erwarten sind, wird von einer Wiederverwendung abgeraten.

Könnte die EMA darüber informieren, wie viele MAHs an einer startenden PSUSA-Procedure beteiligt sind?

Das ist derzeit nicht vorgesehen. Nur eine Information mit Angabe der chargeable units für den jeweiligen Zulassungsinhaber wird ausgeschickt.


1.2. Pharmakovigilanzdaten für das Verlängerungsverfahren

Welche Pharmakovigilanzdaten sind für das Verlängerungsverfahren vorzulegen?


Unbenommen der Empfehlungen des „CMDh BEST PRACTICE GUIDE ON THE PROCESSING OF RENEWALS IN THE MUTUAL RECOGNITION AND DECENTRALISED PROCEDURES” ist die Einreichung folgender Unterlagen für ein Verlängerungsverfahren in Österreich erforderlich:


AT=RMS:  Ein „Addendum zum clinical overview“ ist vorzulegen.
AT=CMS:  Ein „Addendum zum clinical overview“ ist vorerst nur vorzulegen

wenn es vom Reference Member State gefordert wird.


Nationale Zulassung:
Die Vorlage eines „Addendum zum clinical overview“ ist unabhängig davon, ob es sich um eine           “ generische“, „well established use“, “traditionell pflanzliche“ oder „homöopathische Zulassung“ handelt, erforderlich.


Die Periode des „Addendum zum clinical overview“ umfasst den Zeitraum vom Zulassungsdatum des Produktes bis zum Einreichdatum des Verlängerungsverfahrens.


Auch wenn apothekeneigene Zulassungen von der PSUR Einreichung befreit sind, kann die Vorlage von Pharmakovigilanzdaten für das Verlängerungsverfahren bei sicherheitsrelevanten Aspekten erforderlich werden.

1.3. Zugriff auf PSUR-Verfahren für Konsulenten - 15.09.2016

Fragen und Antworten aus dem AGES-Gespräch vom 15. September 2016

Wer kann PSUR-Verfahren im eService "Zulassung und Lifecycle von Arzneispezialitäten" sehen?

PSUR-Verfahren sind nach Anlage des Verfahrens im eService für betroffene Zulassungsinhaber sichtbar.
Für die Verwendung des eService ist eine einmalige Registrierung erforderlich unter: https://forms.ages.at/kundenregistrierung/startup.do.

Wie erhalten Konsulenten die Berechtigung, PSUR-Verfahren im eService "Zulassung und Lifecycle von Arzneispezialitäten" zu sehen?

Der Zugriff auf PSUR-Verfahren für Konsulenten ist möglich nach schriftlicher Meldung durch den Zulassungsinhaber an:

pharm-vigilanz@ages.at.
Bitte berücksichtigen Sie, dass der Konsulent für das eService registriert sein muss. Die Registrierung ist verfügbar unter: https://forms.ages.at/kundenregistrierung/startup.do.

1.4. Fragen und Antworten - 12.06.2018

Fragen und Antworten aus dem BASG - Gespräch vom 12.06.2018

Kann ein MAH eines generischen Arzneimittels, für das er keine PSURs vorlegen muss, dennoch den Assessment Report zu einem PSUSA Verfahren bekommen?

Nein, doch das Outcome des PSUSA Verfahrens wird auf der EMA Homepage publiziert:
Information on the outcome of centrally authorised medicinal products is made available in the European Public Assessment Report (EPAR) page of the relevant medicine.
Information regarding the variation of NAPs that are part of a CAP/NAP procedure is available in the Community Register for nationally authorised products.
Information on the outcome of the EU single assessment of PSURs involving nationally authorised medicinal products only is made available on the EMA web page under 'Home/Find medicine/Human medicines/Periodic safety update report single assessments' until the EU web' portal is fully functional.

 

Ist für zugelassene Homöopathika eine längere PSUR Periode als 3 Jahre möglich?

Es ist laut AMG der 3-Jahreszyklus derzeit die längst mögliche PSUR Periode.

 

 

2. Risk Management Plans (RMP)

Für welche Arzneispezialitäten sind RMPs vorzulegen?

 

Grundsätzlich ist ein Risikomanagement-Plan für die betreffende Arzneispezialität jedem Antrag auf Zulassung beizufügen. Dies gilt auch für bezugnehmende Zulassungsanträge ( §10 AMG i.d.g.F)

 

Die Einreichung eines RMP für traditionelle pflanzliche Arzneispezialitäten und homöopathische Produkte, die nach AMG §11 registriert  werden, ist nicht erforderlich.

 

Die Einreichung eines RMPs bzw RMP-updates ist erforderlich:


1. wenn der Antrag eine wesentliche Änderung der bestehenden Zulassung darstellt, zB:

  • neue Dosierung
  • neue Anwendungsart/Darreichungsform
  • neuer Herstellungsprozess ( bei biotechnologisch hergestellten Substanzen)
  • pädiatrische Indikation / andere signifikante Änderung der Indikation.

 

2. auf Anforderung des BASG/AGES Medizinmarktaufsicht, wenn es Bedenken hinsichtlich des Nutzen-Risiko Verhältnisses gibt,

  • im Rahmen der Zulassungsverlängerung (Renewal), wenn für das Produkt bereits ein Risk Management Plan (RMP) erstellt worden ist.

Wann ist ein Update des RMP erforderlich?

Grundsätzlich sind Updates des RMP im Lebenszyklus des Arzneimittels immer dann erforderlich, wann sich wesentliche neue Risiken abzeichnen. Wenn es signifikante Änderungen im Nutzen-Risiko Verhältnis gibt oder Informationen verfügbar werden, die die Safety Specification, den Pharmakovigilanz Plan  oder den Plan für risikominimierende Maßnahmen beeinflussen, sollte unverzüglich ein Update des RMP erfolgen.

 

Beachten sie, dass Änderungen des RMPs sowohl  im Änderungsmodus als auch in der endgültigen Fassung  einzureichen sind.

  

Welche Anforderungen gibt es zum Inhalt und Format eines RMPs?

Das Risikomanagement-System muss in einem angemessenen Verhältnis zu den ermittelten und potenziellen Risiken der Arzneispezialität und dem Bedarf an Daten über die Unbedenklichkeit nach Zulassung bzw. Registrierung stehen.

 

Die Anforderungen für RMPs sind im  Modul V der Good Vigilance Practice (GVP) festgelegt. Eine RMP-Vorlage ist den entsprechenden Leitlinien für Zulassungsinhaber zu entnehmen:



Welche Informationen im Zusammenhang mit dem RMP werden öffentlich gemacht?

  • Eine Zusammenfassung des RMP, die vom Antragsteller/ Zulassungsinhabers gemäß der Bestimmungen der GVP zu erstellen ist. 
  • Informationen zu risikominimierenden Maßnahmen, die Bedingung zur Zulassung sind ( z.B : Register, PASS, Patientenbroschüren, Fragebögen).

Die zur Veröffentlichung bestimmten Dokumente des RMP  sind zusätzlich auch als Word-Dokument einzureichen. Die Zusammenfassungen der RMPs zu zentral zugelassenen Arzneispezialitäten werden auf der EMA-Website veröffentlicht. Die Zusammenfassungen der RMPs zu national  zugelassenen Arzneispezialitäten werden auf der nationalen BASG- Website im Arzneispezialitätenregister veröffentlicht.

Wie sind Risk Management Pläne (RMPs) bei bereits zugelassenen Arzneispezialitäten oder Updates zu bereits bestehenden RMPs einzureichen?

Sowohl die Ergänzung eines RMP zu einer bestehenden Zulassung als auch die Einreichung von Updates zu bestehenden RMPs entspricht einer Änderung des Zulassungsdossiers (Sektion 1.8.2).
Aus diesem Grund sind diese Geschäftsfälle als formale Änderungen/Variations einzureichen - die jeweilige Art/Typ der Änderung (z.B. mögliches Grouping) erfolgt in Abstimmung mit dem Institut Life Cycle Management.

3. Pharmakovigilanz-System

Wann ist eine "Beschreibung des Pharmakovigilanz-Systems" vorzulegen?

Bei Stellung eines Antrages auf Zulassung (oder Registrierung) ist eine Zusammenfassung des Pharmakovigilanz- Systems (PSMF-Summary) vorzulegen.
Es ist ein PHV-System zu betreiben, das im Pharmakovigilanz- Masterfile beschrieben wird und dessen Zusammenfassung das PSMF-Summary darstellt.

 

•    Generell für alle Neuzulassungen
•    Bei Stellung eines Antrages auf Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport (AMG §10c Abs.3 Z 13 i.d.g.F.) sind ein PHV System, PSMF und die Einreichung eines PSMF-Summarys erforderlich.
•    Bei Stellung eines Antrages auf eine traditionell-pflanzlichen Registrierung ist auch die Einreichung eines PSMF-Summarys für nationale Neuzulassungen erforderlich.
•    Apothekeneigene Registrierungen


Ausnahme:
•    Registrierte Homöopathika


PSMF= Pharmacovigilance system master file
PHV=Pharmakovigilanz

4. Implementierung von PHV issues / DHPC und Educational Material

Wir haben eine Aufforderung zur Einarbeitung eines sicherheitsrelevanten Wordings in die Fach- und Gebrauchsinformation bekommen, welches in unseren Texten bereits enthalten ist. Wie sollen wir weiter vorgehen?

Bitte schreiben Sie in diesem Fall ein Mail an pv-implementationbasg.gvat

Werden die Zulassungsinhaber immer vom BASG informiert, wenn ein sicherheitsrelevantes Wording in die Fach- und Gebrauchsinformation aufzunehmen ist?

Wenn im Rahmen eines PRAC referrals, einer PRAC signal recommendation oder eines PSUSAs  beschlossen wurde, neue sicherheitsrelevante Informationen in die Fach- und Gebrauchsinformation aufzunehmen, erhalten Zulassungsinhaber von national (und dezentral, wenn AT=RMS)  zugelassenen Arzneispezialitäten im Regelfall eine Aufforderung zur Anpassung der Texte. Dies entbindet die Zulassungsinhaber jedoch nicht von ihrer Verpflichtung, die relevanten Quellen regelmäßig zu screenen.


Wir haben eine Aufforderung zur Einarbeitung von PRAC signal recommendations in die Fach- und Gebrauchsinformation bekommen. Die vorgegebene Frist für die Einreichung kann nicht eingehalten werden. Wie sollen wir weiter vorgehen?


Bitte nehmen Sie Kontakt mit Dr. Ulrike Rehberger (+43 (0) 50 555-36258;

pv-implementationbasg.gvat) auf.

Wir haben eine Aufforderung zur Einarbeitung von PRAC signal recommendations in die Fach- und Gebrauchsinformation bekommen. Die Texte der aufgeforderten Produkte befinden sich jedoch aufgrund einer anderen Änderung derzeit in medizinischer Begutachtung. Wie sollen wir weiter vorgehen?

 

Bitte inkludieren Sie in diesem Fall einen Hinweis im begleitenden Anschreiben und im Formblatt, dass die Texte bereits im Rahmen einer anderen Variation in Bearbeitung sind.

 
Wie sind DHPC Letter und Educational Materials einzureichen?


Grundsätzlich erfolgt die Einreichung per Mail an folgende Mail Adressen: pv-implementation@basg.gv.at und in cc an rudolf.schranz@ages.at .
Notwendige Unterlagen sind: deutsche Übersetzung und englische Originalversion, geplanter Verteilerkreis, geplanter Zeitplan.


Wäre es möglich, wie in anderen Ländern schon üblich, Educational Materials der einzelnen MAHs gesammelt auf der Homepage der AGES zur Verfügung zu stellen (eventuell mit Zugriff nur für Fachkreise)?

 

Derzeit ist nicht geplant, das Educational Material auf den Seiten des BASG zu veröffentlichen.


 Wird eine gemeinsame Gestaltung bzw. Aussendung von DHPC bzw. Educational Material, welche sich auf einen Wirkstoff bezieht (Firmen-übergreifend) bzw. auf ein Class Labelling, vom BASG gesteuert und koordiniert?


Die Zusammenarbeit der betroffenen Firmen wird vom BASG unterstützt. Eine Koordination durch das BASG ist leider nicht möglich.


 Welche Voraussetzungen gibt es hinsichtlich des Verteilerkreises? Die Firmen werden sicher unterschiedliche Verteilerkreise / Adresslisten für den gleichen Wirkstoff definieren. Wie ist sicherzustellen, dass alle betroffenen Ärzte erreicht werden?

  • Der Verteilerkreis ist dem Bundesamt nur in Form von Gruppen vorzuschlagen (wie auch bei der EMA angegeben). Z.B. Allgemeinmediziner, Internisten …
  • Die Verwendung einer aktuellen Adressliste muss der zuständige MAH gewährleisten.


Muss ein Zulassungsinhaber, der sein Produkt zum Zeitpunkt einer wirkstoffbezogenen (mehrere MAH betreffenden) DHPC-Aussendung nicht vermarktet hatte und sich deshalb nicht am Versand beteiligt hat, den DHPC nachsenden, wenn er später das Produkt doch noch vermarktet?


Grundsätzlich ist es notwendig bei Vermarktung die entsprechenden Materialien zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit dem BASG notwendig.


Die „Blaue Hand“ wurde bereits in Deutschland umgesetzt. Können wir diese auch für Österreich erwarten?


In Österreich wird die  „Blaue Hand“ derzeit nicht umgesetzt und verwendet


Was wären für die AGES akzeptable Verteilungsmethoden der Schulungsmaterialien? Nur per Post, oder auch via Emails, Homepages?

Grundsätzlich ist die Verteilung über alle diese Wege möglich. Auf welchen Wegen die Verteilung der DHPC / Educational Materials erfolgen kann ist eine Fall zu Fall Entscheidung. Daher sollte schon bei der Einreichung die gewünschte Verteilmethode angegeben werden.

5. Nebenwirkungsmeldungen: Elektronische Meldung im E2B(R3) Format (Umstellung auf das zentrale Meldewesen)

Wie erfolgt das Meldewesen im E2B(R3) Format seitens BASG/AGES Medizinmarktaufsicht und seitens der Zulassungsinhaber?

Mit Ende der Umstellungsphase (ab dem 22.11.2017 „Go live“-Termin der EMA) werden von BASG/AGES Medizinmarktaufsicht nur mehr die nationalen Nebenwirkungsmeldungen von Angehörigen der Gesundheitsberufe und von PatientenInnen direkt an EVPM (EudraVigilance post-authorisation module) übermittelt.

 

Die Zulassungsinhaber übermitteln ab diesem Zeitpunkt alle vermuteten, in Österreich aufgetretenen Nebenwirkungen, sowie Nebenwirkungen aus Anwendungsbeobachtungen und Fallberichte aus der Literatur ausschließlich an EVPM (EudraVigilance post-authorisation module).

 

Wie erfolgt die Übermittlung der Literaturpublikationen zu den gemeldeten Fallberichten aus der Literatur durch den Zulassungsinhaber?

 

Eine Kopie der Originalpublikation der inländischen Literaturfälle ist per E-Mail an die Adresse evlitema.europaeu zu übermitteln. Auf Anfrage ist die Literatur zusätzlich an das BASG/AGES Medizinmarktaufsicht zu übermitteln.

 

Muss ein Zulassungsinhaber mit dem BASG/AGES Medizinmarktaufsicht eine Testphase für die Umstellung auf elektronische Meldung durchführen?

 

Nein. Getestet wird nur mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), nicht mehr mit der nationalen Behörde.
Weitere Informationen sind auf der EMA Webseite http://www.ema.europa.eu unter dem Stichwort „EudraVigilance“ zu finden.

Gibt es eine Möglichkeit für Angehörige der Gesundheitsberufe (nach § 75g) eine Nebenwirkungsmeldung elektronisch zu übermitteln?

 

Ja. Unter dem Link:

https://www.basg.gv.at/pharmakovigilanz/phv-meldung-online-vigiweb/registrierung-vigiweb/gesundheitsberufe/

können – nach Registrierung - elektronische Meldungen vorgenommen werden.

 

Weiterführende Information:

https://www.basg.gv.at/pharmakovigilanz/meldung-von-nebenwirkungen/meldung-fuer-angehoerige-der-gesundheitsberufen/

 

Gibt es eine Möglichkeit für PatientenInnen oder deren Angehörige eine Nebenwirkungsmeldung zu übermitteln?

 

Ja. PatientenInnen oder deren Angehörige haben die Möglichkeit dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen vermutete Nebenwirkungen von Arzneimitteln folgendermaßen zu übermitteln:

über

 

6. Wie meldet man "Emerging Safety Issues“?

Ereignisse oder Beobachtungen, die nicht in den Bereich der Spontanmeldung fallen bzw. nicht die Meldeverpflichtung erfüllen, jedoch das Nutzen-Risiko einer Arzneispezialität beeinträchtigen und/oder einen Einfluss auf die öffentliche Gesundheit haben können, sind sobald als möglich, zumindest innerhalb von 3 Werktagen laut GVP Modul IX rev. 1 und AMG §75m bei Bekanntwerden als „Emerging safety issues“ an die Europäische Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) per E-Mail: P-PV-emerging-safety-issueema.europaeu bzw. auch an die nationalen Behörde, in der eine Zulassung besteht (BASG/AGES Medizinmarktaufsicht per E-Mail: pharm-vigilanzagesat) zu melden.

 

Das Dokument soll das Ereignis / die Beobachtung darstellen, sowie die in Bezug auf die Zulassung resultierenden Maßnahmen der betreffenden Arzneispezialität. 

 

Ebenso sind diese Punkte in den dafür vorgesehenen Abschnitten des PSUR (Periodic Safety Update Reports) der betroffenen Arzneispezialität zu diskutieren.

 

Beispiele für derartige Ereignisse sind: 

  • Major safety findings in einer abgeschlossenen nicht klinischen Studie
  • Major safety concerns in einer post-authorisation Study (PASS)
  • Mögliche Signale eines teratogenen Effektes oder einer signifikanten Gefahr für die öffentliche Gesundheit
  • Sicherheitsrelevante Aspekte publiziert in wissenschaftlicher und   medizinischer Literatur
  • Sicherheitsrelevante Aspekte, die aufgrund von Signaldetektion (siehe GVP   Module IX) gefunden wurden oder aufgrund neuer gemeldeter   Nebenwirkungsfälle auftreten und einen Einfluss auf das Nutzen-Risiko   Verhältnis eines Präparates und/oder Auswirkung auf die öffentliche   Gesundheit haben können.
  • Sicherheitsrelevante Aspekte, die im Zusammenhang mit der Anwendung   außerhalb der Zulassung stehen.
  • Sicherheitsrelevante Aspekte, die aufgrund einer Fehlinformation der Fach-   und/oder Gebrauchsinformation entstehen.
  • Die Aufhebung, das Nichtverlängern einer Zulassung, das Zurückziehen oder die Suspendierung einer Zulassung aufgrund von sicherheitsrelevanten Aspekten außerhalb der EU
  • Urgent Safety Restrictions ausserhalb der EU
  • Sicherheitsrelevante Aspekte in Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von   Ausgangsstoffen
  • Versorgungsengpässe von Arzneimitteln

7. Welche Pharmakovigilanzverpflichtungen hat der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport?

Gemäß § 10c Abs. 3 Z 13 AMG muss auch der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport über ein Pharmakovigilanz- und erforderlichenfalls ein Risikomanagementsystem, verfügen.

Zwar ist der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport nicht verpflichtet einen periodischen Beurteilungsbericht (PSUR) vorzulegen, allerdings hat er gemäß § 94h Abs.9 AMG

 

  •  vermutete Nebenwirkungen, oder
  •  vermutete Nebenwirkungen beim Menschen, oder
  •  die nicht vorschriftsmäßige Verwendung, oder
  •  das Ausbleiben der erwarteten Wirksamkeit, oder
  •  nicht ausreichende Wartezeiten, oder
  •  häufig beobachteten unsachgemäßen Gebrauch und schwerwiegenden Missbrauch,  oder
  •  Qualitätsmängel, oder
  •  jede vermutete Übertragung von Krankheitserregern durch das Arzneimittel, die in einem Drittland aufgetreten ist, zu erfassen und dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen und der Agentur zu melden.

 

Weiters hat er dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen alle Beobachtungen und Daten mitzuteilen, die für die Arzneimittelsicherheit von Bedeutung sein können.

Gemäß § 75q Abs. 6 AMG hat der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport außerdem Qualitätsmängel, die im Inland aufgetreten sind und ihm nach Abs. 2 zur Kenntnis gebracht wurden oder sonst zur Kenntnis gelangt sind, zu erfassen und dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen unverzüglich, spätestens aber innerhalb von 15 Tagen nach Bekanntwerden, zu melden. Der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport hat den Originalwortlaut der ihm erstatteten diesbezüglichen Mitteilung zu dokumentieren und fünf Jahre aufzubewahren sowie dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen auf Verlangen unverzüglich zu übermitteln. Weiters hat der Inhaber einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport innerhalb der genannten Frist den Zulassungsinhaber oder den Inhaber einer Registrierung über diese Meldung zu informieren.

 

Betrifft eine Meldung nach § 75g (Meldung durch Angehörigen der Gesundheitsberufe) eine Arzneispezialität, die auf Grund einer Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport nach Österreich verbracht wurde, so hat das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen den Inhaber der Genehmigung für den Vertrieb im Parallelimport unverzüglich, spätestens aber 15 Tage nach Bekanntwerden, zu informieren. Die Informationen haben in anonymisierter Form zu erfolgen.

Erstellt am: 08.03.2009 | Geändert am: 18.07.2018

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