Glossar

Abgabe von Arzneimitteln im Kleinen

Bezeichnet die Abgabe von Arzneimitteln an den Endverbraucher. Diese ist reguliert durch § 59 AMG.

ALS

Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose; Es handelt sich hierbei um eine nicht heilbare, degenerative Erkrankung der motorischen Nerven.

Arzneimittelgesetz (AMG)

Das AMG regelt die Herstellung und den Verkehr von Arzneimitteln in Österreich.

Arzneispezialität

Darunter versteht man Arzneimittel, die im Voraus in immer gleicher Zusammensetzung und unter gleicher Bezeichnung in einer bestimmten Form in der Handel gebracht werden. Definition siehe auch § 1 Abs. 5 AMG.

Arzneiwareneinfuhrgesetz (AWEG)

Das AWEG regelt die Einfuhr bzw. das Verbringen von Arzneiwaren und Blutprodukten nach Österreich.

Autoimmunerkrankungen

Dieser Überbegriff beschreibt Erkrankungen, bei denen eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen gerichtet ist; diese wird als Autoimmunreaktion bezeichnet.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)

Das BASG vollzieht hoheitliche Aufgaben im Kontroll- und Zulassungsbereich von Arzneimitteln, Blut-, Gewebe- und Medizinprodukten und ist eine dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen nachgeordnete Behörde.

Einfuhr / Verbringung

Wird ein Arzneimittel aus einem Drittland nach Österreich verbracht, spricht man von Arzneiwareneinfuhr. Stammt das Arzneimittel hingegen aus einem Mitgliedstaat des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), so spricht man von der Verbringung.

Enforcement

zu Deutsch: Durchführung, Durchsetzung, Vollstreckung, Vollzug, Geltendmachung; im Zusammenhang mit Behörden auch Vollzugsbehörde.

GcMAF

Die Abkürzung steht für "Gc-Protein Makrophagen-aktivierender Faktor". Dieses Protein wird in bestimmten Phasen der Immunantwort vom Körper selbst gebildet. Als angeblich unbedenkliches „Allheilmittel“ wird GcMAF seit einiger Zeit im Internet angeboten. Mittlerweile existieren schon mehrere Nachfolgeprodukte, wie etwa GOleic, GcOleic, RERUM oder BRAVO. Die Quellen aller GcMAF-Produkte sind äußerst zweifelhaft, die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt.

HIV

Abkürzung für Humanes Immundefizienz-Virus; es handelt sich hierbei um einen Retrovirus, der durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird und zur Vermehrung sogenannte T-Helferzellen befällt.

Immunmodulator

Ist ein Arzneimittel oder eine pharmakologisch wirksame Substanz, mit der Fähigkeit die Aktivität des Immunsystems positiv oder negativ zu beeinflussen.

Immunsystem

Ist das körpereigene Abwehrsystem gegen schadhafte Umwelteinflüsse. Eingedrungene Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, etc.) und körperfremde Substanzen werden genauso bekämpft wie fehlerhafte oder alte Körperzellen. Das Immunsystem setzt sich aus der unspezifischen, angeborenen und der spezifischen, adaptiven Immunabwehr zusammen.

Immuntherapie

Hierbei soll die körpereigene Immunantwort dazu genutzt werden, Erkrankungen wie etwa Krebs zu bekämpfen.

Insulin

Dieses lebenswichtige Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem Körperzellen dazu angeregt werden, Glukose aus dem Blut aufzunehmen.

Klinische Prüfung oder klinische Studie

Es handelt sich hierbei um eine bestimmte Form der medizinischen Forschung. Mit Hilfe von freiwilligen Patienten und/oder gesunden Probanden werden Daten zu neuen Wirkstoffen bzw. Therapien erhoben. Ein neues Arzneimittel muss vor seiner Marktzulassung mehrere klinische Prüfungen durchlaufen. Siehe dazu auch § 2a Abs. 1 AMG.

Magistrale Zubereitung

Darunter versteht man die individuelle Herstellung eines Arzneimittels in einer Apotheke aufgrund einer ärztlichen Verschreibung.

Makrophagen

Makrophagen sind Zellen des Immunsystems und gehören zu den Fresszellen. Sie nehmen Mikroorganismen durch Phagozytose auf und zerstören diese.

Medizinprodukt

Medizinprodukte sind alle einzelnen oder miteinander verbundenen Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Software, Stoffe oder andere Gegenstände, deren Hauptwirkung im oder am menschlichen Körper, im Vergleich zu Arzneimitteln, nicht pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch erreicht wird. Einige Beispiele für Medizinprodukte sind Pflaster, Prothesen, Herzschrittmacher, Herzkatheter, Kontaktlinsen und Pessare. Siehe dazu auch § 2 Abs. 1 MPG.

Medizinproduktegesetz (MPG)

Das MPG regelt die Funktionstüchtigkeit, Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Qualität, die Herstellung, das Inverkehrbringen, den Vertrieb, das Errichten, die Inbetriebnahme, die Instandhaltung, den Betrieb, die Anwendung, die klinische Bewertung und Prüfung, die Überwachung und die Sterilisation, Desinfektion und Reinigung von Medizinprodukten und ihres Zubehörs. Siehe dazu auch §1 MPG.

mg

Kurzform für Milligramm; 1mg entspricht ein Tausendstel Gramm.

MS

Abkürzung für Multiple Sklerose; Hierbei handelt es sich um eine nicht heilbare chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Nebenwirkung

Ist eine unerwünschte Wirkung eines Arzneimittels, die zusätzlich zur beabsichtigten Hauptwirkung auftreten kann. Siehe auch § 2a Abs. 19 AMG.

Neuartige, alternative Therapien

Zu den alternativen oder auch komplementären Therapien werden Naturheil-, oder Körpertherapieverfahren, Homöopathie, Osteopathie oder Akupunktur gezählt. Die Wirkung vieler alternativmedizinischer Verfahren, sofern überhaupt nachweisbar, beruht auf Placeboeffekten. Ein Gesundheitsrisiko bergen sogenannte „neuartige, alternative“ Verfahren, bei denen beispielsweise nicht bewilligte Blut-, Gewebe- oder Zellpräparate, wie etwa Stammzellen, verabreicht werden. Die Herstellungsqualität dieser Präparate ist meist unzureichend, eine positive, heilende Wirkung nicht nachgewiesen. Oft werden derartige Behandlungen im Falle von schweren, nicht heilbaren Erkrankungen, wie MS, ALS oder Krebs, gegen enorme Summen angeboten.

ng

Kurzform für Nanogramm; 1ng entspricht ein Milliardstel Gramm.

Offizinale Zubereitung

Darunter versteht man die Herstellung eines Arzneimittels nach einer Monographie des Arzneibuchs zur unmittelbaren Abgabe an den Patienten.

Österreichisches Arzneimittelkontrolllabor (OMCL)

Die Abkürzung OMCL stammt von der englischen Bezeichnung “Official Medicines Control Laboratory”. Zu den Aufgaben der OMCL-Abteilung Analytik chemisch-pharmazeutische Arzneimittel zählt unter anderem die Untersuchung und Begutachtung von illegalen bzw. unbekannten Arzneimitteln gemäß AMG für das Enforcement.

Powerlight

Hierbei handelt es sich um reine physiologische Kochsalzlösung ohne Zusatz von Wirkstoffen. Die Lösung wird mittels skalaren und elektromagnetischen Feldern behandelt und soll so laut Hersteller zum „Allheilmittel“ gegen eine Vielzahl an Erkrankungen, wie etwa Krebs, Malaria, AIDS, Hepatitis C, Ebola, Dengue-Fieber, Typhus, SARS und Röteln werden.

Stammzellen

Eine Stammzelle ist eine „nicht-spezialisierte“ Zelle, die sich im Bedarfsfall durch Zellteilung vermehren und erneuern kann. Durch diese Vermehrung mit anschließender Spezialisierung (=Differenzierung) der Zelle, können z.B. absterbende Zellen des Körpers ersetzt werden. Man unterscheidet adulte und embryonale Stammzellen; während adulte, d.h. im erwachsenen Körper vorkommende, Stammzellen in ihrem Potenzial schon etwas eingeschränkt sind, können embryonale Stammzellen im Rahmen der Entwicklung des ungeborenen Kindes zu jeder Art von Körperzelle differenzieren.

Wirkstoff

Wirkstoffe sind Stoffe oder Stoffgemische, die als Bestandteile eines Arzneimittels die arzneiliche Wirkung hervorrufen. Siehe auch § 1 Abs. 4a AMG.

Zelltherapie

Vorbeugung, Behandlung Heilung oder Linderung von Erkrankungen, krankhaften Beschwerden oder Verletzungen durch die Anwendung autologer (eigener) oder allogener (fremder) Zellen, die zuvor entnommen und unter Umständen verändert wurden.

Erstellt am: 20.03.2017

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